mission.de: Christ sein im weltweiten Horizont

EINE INITIATIVE EVANGELISCHER MISSIONSWERKE UNTER DEM DACH DES EVANGELISCHEN MISSIONSWERKS IN DEUTSCHLAND (EMW)

Wieviele Missionare gibt es?

Auch wenn darüber immer wieder Zahlen veröffentlicht werden - wirklich verlässlich sind die nicht. Das Problem beginnt schon bei der Definition, wer als Missionar/in betrachtet wird: Zählen dazu nur die aus dem Ausland kommenden Missionarinnen und Missionare? Oder müssten dazu auch die Evangelisten und anderen Mitarbeitenden der einheimischen Kirchen gerechnet werden? Ist Missionar/in nur der/die, welche einen Vertrag mit einem Missionswerk hat – oder zählt man die ganze Familie dazu? Oder: Gelten die Jugendlichen im Freiwilligendienst der Missionswerke als Missionare?

Sicher ist eines: Die Zahl der von deutschen evangelischen Missionswerken entsandten Fachkräfte (das schließt neben Theolog/inn/en auch von Fachkräfte mit Schwerpunkt im Entwicklungsdienst ein) ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn in den Partnerkirchen gibt es immer mehr qualifiziertes Personal, das Aufgaben übernehmen kann, die früher von Ausländern wahrgenommen wurden. Dass der Bedarf an ausländischen Fachkräften in den Partnerkirchen zurückgeht, ist also ein gewünschter Effekt , wenn die Kirchen wirklich selbstständig werden wollen.

Sieht man von diesen definitorischen Problemen ab, so lassen sich zumindest Trends feststellen. Die umfassendste Untersuchung zur weltweiten Christenheit enthält der "Atlas of Global Christianity" (erschienen im Jahr 2010). Dort werden folgende Zahlen genannt:

  • Afrika einheimische Missionare: 1.680.000 Ausländer 20.700
  • Asien einheimische Missionare: 1.481.000 Ausländer 47.100
  • Lateinamerika einheimische Missionare: 839.000 Ausländer 58.400
  • Ozeanien einheimische Missionare: 199.000 Ausländer 6.000

Zu den Ländern, die die meisten Missionarinnen und Missionaren entsenden, gehören danach die USA (127.000), Brasilien (38.000), Südkorea (20.000), Indien (10.000) und Südafrika (8.000). Unabhängig von der Zuverlässigkeit der Zahlen (für Deutschland wird die völlig unrealistische Zahl von 14.000 Entsandten genannt) kann man beobachten, dass in den letzten Jahrzehnten der Süd-Süd-Austausch von Missionaren zugenommen hat.

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