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EINE INITIATIVE EVANGELISCHER MISSIONSWERKE UNTER DEM DACH DES EVANGELISCHEN MISSIONSWERKS IN DEUTSCHLAND (EMW)

Warum gibt es eigentlich so viele evangelische Missionswerke?

Das hat einerseits historische Ursachen, liegt andererseits an der „föderalen“ Struktur der evangelischen Kirchen. Die meisten Kirchen sind mit einem Missionswerk verbunden, bzw. sehen – wie einige Freikirchen – in Weltmission einen integralen Teil ihrer kirchlichen Arbeit, führen diese aber aus organisatorischen Gründen in einem eigenen Dienstbereich.

Zur Historie: Viele der heute bestehenden Missionswerke entstanden ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf Initiative engagierter Christinnen und Christen – heute würde man sie „Basisgruppen“ nennen. Durch Gründung von Missions-Freundeskreisen in den Gemeinden gelang es ihnen, die Missionsarbeit durch ihre Spenden zu finanzieren – einschließlich der Entsendung von Missionarinnen und Missionaren.

Durch deren erfolgreiche Bewusstseinsbildung wurde allmählich immer mehr Kirchenmitgliedern bewusst, dass Weltmission eine Kernaufgabe für Gemeinden und Kirchen ist. Dies führte dazu, dass die Landeskirchen nach und nach engere Verbindungen zu den Missionsgesellschaften knüpften, und zum Beispiel Pfarrer für deren Dienst freistellten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde den Kirchen und Missionsgesellschaften klar, dass ihr Nebeneinander kein Modell für die Zukunft ist – auch, weil bei ihnen und bei den aus der Mission entstandenen „Jungen Kirchen“ die theologische Einsicht gewachsen war, dass Kirche und Mission zusammengehören. Ihren sichtbaren Ausdruck fand dies 1961, als sich der 1948 gegründete gegründete Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und der schon seit 1921 bestehende Internationale Missionsrat (IMR) zusammenschlossen. Im IMR arbeiteten nationale Christenräte aus Asien, Afrika und Lateinamerika und die europäischen und nordamerikanischen Missionsgesellschaften zusammen.

Dieses neue Konzept wurde ab den 1960er Jahren umgesetzt, indem sich die ehemals selbstständigen Missionsgesellschaften mit ihren jeweiligen Landeskirchen organisatorisch verbanden. Die Missionsgesellschaften wurden zu kirchlichen Werken – rechtlich teilweise als eingetragene Vereine organisiert, in deren Gremien Vertreterinnen und Vertreter der Landeskirchen mit denen der Mission gemeinsam über die Arbeit der Werke entschieden. Andere sind Einrichtungen ihrer Landeskirchen. Gemeinsam ist ihnen, dass ihre Arbeit außer durch Spenden auch durch Kirchensteuermittel finanziert wird.

Ab den 1990-er Jahren gaben sich einige Missionswerke eine neue, internationale Struktur, indem sie Delegierte ihrer Partnerkirchen in die Entscheidungsgremien aufnahmen, die damit auch über die inhaltliche Ausrichtung der Arbeit und die Finanzmittel mitentscheiden konnten. Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) ist seit 1996 als internationale Gemeinschaft von Kirchen und Missionsgesellschaften organisiert, die Norddeutsche Mission beschloss 2006 ein ähnliches Modell, bei dem beide Seiten als gleichberechtigte Partner zusammenarbeiten und –entscheiden. Zuletzt ging 2012 das Evangelische Missionswerk in Südwestdeutschland den gleichen Weg und gab sich den Namen Evangelische Mission in Solidarität (EMS).

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