Eine Initiative evangelischer Missionswerke, Verbände und Kirchen unter
dem Dach des Evangelischen Missionswerks in Deutschland (EMW)

14.03.2010

Imagekampagne verhilft Mission in Württemberg zu mehr Aufmerksamkeit

Impressionen vom Landesmissionsfest in Württemberg

Mit großem Erfolg hat die Württembergische Landeskirche ihr diesjähriges Landesmissionsfest unter dem Leitthema der Imagekampagne mission.de „Um Gottes Willen, der Welt zuliebe“ durchgeführt. Diese durchweg positive Bilanz zieht der für Mission zuständige Kirchenrat Fritz Würschum. Vor allem die thematisch ausgerichteten fünf Foren mit jeweils rund einhundert Teilnehmenden aus ganz Württemberg hätten gezeigt, dass Mission durchaus ein Thema mit einer starken Anziehungskraft sei, das engagierte Mitarbeiter von der Gemeindebasis zu motivieren vermag.

Die Imagekampagne mission.de war im Herbst 2009 sowohl in der Landessynode als auch in der Württembergischen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Weltmission WAW, einer gemeinsamen Plattform von kirchlichen und freien Werken, vorgestellt worden und dort auf großes Interesse gestoßen. Die enge Zusammenarbeit von Landeskirche, dem EMS als kirchlichem Missionswerk und den zahlreichen freien evangelikalen Werken, die sich beim Landesmissionsfest in Göppingen einem interessierten Publikum präsentierten, sei auch auf verbindende Impulse der Imagekampagne zurückzuführen, so Würschum. „Sehr wesentlich ist dies dem Engagement des Vorsitzenden der WAW und gleichzeitigen Generalsekretär des Evangelischen Missionswerks EMS, Pfarrer Bernhard Dinkelaker zu verdanken. Er hat das Anliegen der Imagekampagne in zahlreichen Werken, kirchlichen Gremien, missionarisch-ökumenischen Aktions- und Arbeitsgruppen und Gemeindeveranstaltungen bekannt gemacht und damit ein nachhaltiges Interesse daran geweckt“, so der Missionsbeauftragt der Württembergischen Landeskirche.

In der Auftaktveranstaltung stellte der Direktor des Dachverbands Evangelisches Missionswerk (EMW) in Hamburg, Christoph Anders, die Imagekampagne vor. In einem Podiumsgespräch diskutierten Staatssekretär Dr. Dietrich Birk, Stuttgart, Prälatin Gabriele Wulz, Ulm, OKR Dr. Ulrich Heckel und Pfarrer Bernhard Dinkelaker die aktuelle Bedeutung von Mission. Deren globale Perspektive brachte Dr. Rogate Mshana, Referent für Wirtschaftsfragen beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf, ins Gespräch. Er machte deutlich, dass Weltmission untrennbar verbunden ist mit der Verantwortung für eine nachhaltige wirtschaftliche und ökologische Entwicklung. Diesen Zusammenhang unterstrich auch Prof. Reinhard Henkel mit Beispielen aus der international tätigen evangelikalen Micha-Initiative.

Um die Übertragbarkeit von spirituellen Erfahrungen in einen anderen kulturellen Kontext ging es im Forum „Godpalaver – Von Gott reden im Alltag.“ Im Interview mit Brunhilde Clauss, Bildungs- und Partnerschaftsreferentin der Basler Mission Deutscher Zweig im EMS, schilderte der Kameruner Lehrer und frühere Parlamentarier Simon Kuchah, wie eng verwoben talking and doing, Reden und Handeln, im kamerunischen Alltag sind. Mit Gott reden, zum Beispiel um eine gute Autofahrt beten oder mitten in einem Gespräch Gott danken, ist in Kamerun wie in vielen anderen Ländern Afrikas normal. Wenn Besucher, von einer solchen fröhlichen Alltagsfrömmigkeit bei einem Partnerschaftsbesuch inspiriert, dann diese Erfahrungen in ihren deutschen Alltag übertragen wollen, spüren sie sehr schnell die Grenzen. „Über kulturelle Grenzen hinweg lässt sich sehr wohl Inspiration vermitteln, die Übertragung in den jeweiligen Kontext erfordert aber immer eine Anpassung an spezifische kulturelle Gepflogenheiten“, so Brunhilde Clauss zum Stichwort „Kontextuelle Theologie“. Pfarrerin Maike Sachs vom Amt für missionarische Dienste verdeutlichte die Brisanz kontextuellen Redens von Gott unter gesellschaftlichen Bedingungen in Deutschland, wenn es in immer weiteren Bereichen "nichts mehr gibt, an dem das christliche Zeugnis anknüpfen kann". Frieder Vollprecht von der Herrrnhuter Brüdergemeine verwies auf Mission als „Zweibahnstraße“: Die früheren Missionskirchen seien längst selbstständig und selbstbewusst geworden und fragten heute bei uns nach, warum in Deutschland die Kirchen leer seien und die Mitgliederzahlen schrumpften. „Auch eine solche Konfrontation kann ein heilsamer Lernweg für beide Seiten sein“, so Vollprecht.

Ein wichtiges Ergebnis des Landesmissionsfestes sieht Würschum darin, dass neue Impulse für ein erweitertes Verständnis von Mission in die Gemeinden, Partnerschaftsgruppen und ökumenischen Arbeitskreise vermittelt werden konnten. Sie jetzt im Alltag von Kirche und freien Missionswerken lebendig zu halten bleibe eine Herausforderung über das Missionsfest hinaus. Die Imagekampagne mission.de mit zahlreichen Materialien für die Basisarbeit und der soeben neu lancierten Plakatkampagne könne dazu wertvolle Unterstützung bieten. Der engen und konstruktiven Kooperation von Landeskirche und EMS komme dabei weiterhin eine zentrale Bedeutung zu, so Würschum.

Schauen Sie sich hier den mission.de Video-Clip an.

 

Ich bin heute ein eingefleischter Atheist...

und dennoch bin ich beeindruckt von dem enormen Beitrag, den christliche Missionsarbeit in Afrika leistet – im Unterschied zu der Arbeit säkularer Nichtregierungs- organisationen, von Regierungsprojekten und internationalen Hilfsprogrammen. Diese allein werden es ebenso wenig richten wie Aufklärung und Bildung. Die eigentliche Veränderung in den Herzen der Menschen Afrikas wird durch den christlichen Glauben bewirkt. Das führt zu einem geistigen Wandel, einer echten Wiedergeburt und einer positiven Veränderung.

Matthew Parris  aus »The Times« vom 27. Dezember 2008

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